Integrative Gestalttherapie ist eine humanistische Psychotherapie, die auf einem ganzheitlichen Menschenbild aufbaut.

„Der Mensch wird am Du zum Ich“
Martin Buber

Im Mittelpunkt der Gestaltarbeit steht die therapeutische Beziehung – der Dialog und Kontakt. Der Fokus liegt auf dem, was sich „hier und jetzt“ zeigt. Veränderung und Wachstum beginnt da, wo wir wahrnehmen, was um uns und in uns ist.
In der Integrativen Gestalttherapie wird der Mensch als Einheit von Körper, Seele und Geist wahrgenommen.

Der Mensch in seiner gegenwärtigen Gestalt wird vor dem Hintergrund seines Lebensumfeldes betrachtet, das sich unter anderem über seine Familie, seinen Arbeitsplatz sowie zeitgenössische gesellschaftliche und politische Gegebenheiten definiert. Geprägt durch sein Lebensumfeld, seine zwischenmenschlichen Beziehungen und seine daraus resultierenden Lebenserfahrungen hat er sich zu dem entwickelt, als der er sich uns gegenwärtig offenbart.

Im Rahmen der psychotherapeutischen Arbeit wird daher zunächst versucht, diesen „Werdeprozess“ tiefgründig zu erfassen und zu verstehen. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf im Hier- und Jetzt auftauchende gedankliche, emotionale und körperliche Phänomene. Alle wahrgenommen Phänomene – wie Sprache, Stimme, Mimik, Gestik und Körperhaltung – können nämlich detailliert betrachtet zu wertvollen Erkenntnissen über die Person selbst führen. Durch die konkrete Arbeit an aktuellen Situationen und die ausgebildete Beziehung zwischen KlientIn und TherapeutIn soll der Kontakt der KlientIn zu sich selbst und ihrer Umwelt gefördert und damit bestehende Schwierigkeiten sowie Blockaden überwunden werden.

Integrative Gestalttherapie fördert das Entwicklungs- und Veränderungspotenzial von Menschen und setzt kreative Problemlösungsprozesse in Gang, die dabei helfen, neue Erlebnis- und Verhaltensweisen auszuprobieren und umzusetzen. Dabei geht es vor allem darum, Verantwortung für sein eigenes Leben zu übernehmen und die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu erforschen. Das Bestreben soll sein, über die stärkere Berücksichtigung dieser Wünsche und Bedürfnisse sowie jener des relevanten Umfeldes sein Leben tatsächlich so gestalten zu können, wie man es tatsächlich möchte.

„Elefanten versuchen nicht Giraffen oder Schwalben zu werden, Radieschen versuchen nicht Rote Beete zu werden. Aber wir versuchen zu sein, was wir nicht sind. Wir ersticken in Idealen, die unerreichbar sind oder die nur auf unsere eigene Kosten erreicht werden können. Wir gehen auf Zehenspitzen, um nur ja nirgendwo anzustoßen, und werden schließlich ärgerlich auf unsere Zehen, wenn sie uns weh tun.“
Bruno Paul de Roeck

Zur Unterstützung des Entwicklungsprozesses beschränken sich GestalttherapeutInnen nicht auf das gesprochene Wort, sondern probieren mit ihren KlientInnen neben dem Vertrauten auch Neues wie bspw erlebnisaktivierende Techniken aus. Zu erwähnen sind dabei insbesondere die Arbeit mit kreativen Medien, imaginative Techniken, szenischer Ausdruck sowie Traum- und Körperarbeit. Dadurch wird die Möglichkeit geschaffen, auch Zugang zu unbewussten Anteilen und Hintergründen zu bekommen, die durch das Gespräch alleine häufig nicht zu Vorschein kämen.

Ziel ist das persönliche Wachstum, die Verbesserung der Kontakt- und Beziehungsfähigkeit und die daraus folgende Steigerung der Lebensfreude und Lebensenergie.

„in der Gestalttherapie unterscheidet man nicht zwischen Gesunden und anderen Kranken. Gestalttherapie, oder einfach nur „Gestalt“, ist vielmehr eine Lebenseinstellung, die praktische Konsequenzen hat. Es geht um dich und mich und um unsere Erfahrung hier und jetzt. Wachstum ist hier das richtigere Wort als Therapie. Wachstum: spontaner, lebendiger und glücklicher sein. Deinen eigenen Kern mehr wertschätzen. Halberledigtes vollenden und neue Schritte riskieren.“
Bruno-Paul de Roeck

Nähere Informationen zur Methode finden Sie unter

Integrative Gestalttherapie
oder
Psychotherapiemethoden